Es lief die 50. Minute an der Stamford Bridge, kurz zuvor hatte Roberto Pereyra das Spiel gedreht und der FC Watford führte beim FC Chelsea mit 1:2. Hätte Watfords Richarlison seine zwei Großchancen genutzt (48. und 54.), hätte es auch gut und gerne 1:4 stehen können.

Chelsea v Watford - Premier League

Es schien nicht mehr viel für die ‚Blues‘ zu sprechen und das Auftreten der Mannschaft zu diesem Zeitpunkt war alles andere als optimistisch – es sprach alles dafür, dass es die dritte Premier-League-Niederlage in Folge gibt. Das Überraschungsteam aus Watford, das bereits eine Woche zuvor den FC Arsenal besiegte und vor dem Spiel bei Chelsea auf Rang 4 der Tabelle stand, war absolut am Drücker und es schien nur eine Frage der Zeit, bis das dritte Tor für die ‚Hornets‘ fällt.

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Coach Antonio Conte spürte, dass er eingreifen muss und brachte in der 61. Minute Joker Michy Batshuayi für Alvaro Morata und sieben Minuten später Willian für Marcos Alonso. Es konnte durchaus kritisiert werden (zu diesem Zeitpunkt), warum er mit Morata ausgerechnet seinen Top-Stürmer auswechselt, aber wahrscheinlich verließen ihn auch die Kräfte, da er gerade erst von einer Oberschenkelverletzung zurückkam.

In der 71. Minute gab Batshuayi Conte allerdings Recht, denn ihm gelang per Kopfballtreffer nach Vorlage von Pedro der Ausgleich zum 2:2. Man hatte allerdings lediglich kurzzeitig das Gefühl, dass jetzt die Schlussoffensive “eingeläutet” wird, denn Chelsea tat sich auch in der Folgezeit äußerst schwierig und wirkte fast schon verkrampft.

Als die Zuschauer schon damit rechneten, dass es beim Unentschieden bleibt, setzte sich Willian am rechten Flügel durch, flankte in die Mitte, wo Cesar Azpilicueta goldrichtig stand und nur noch einköpfen musste. In der 95. Minute konnte Batshuayi auch noch seinen zweiten Treffer an diesem Tag erzielen und letztlich gelang den ‘Blues’ damit ein 4:2-Heimerfolg über Watford. Man war sich einig, dass dieser Sieg wenig mit spielerischer Klasse zu tun hatte und es bei einer besseren Chancenverwertung der Gäste durchaus auch glücklich war, dass man am Ende die drei Punkte an der Stamford Bridge behielt. Aber die Moral und der Charakter der Mannschaft scheint absolut zu stimmen und man hofft nun natürlich, dass so ein Erfolg Aufschwung gibt.​

Krise abgewendet und wieder auf Kurs?! Das wird sich erst noch zeigen müssen. Der Meister steht zwar aktuell auf dem vierten Platz, aber der Rückstand auf Tabellenführer Manchester City beträgt bereits neun Zähler. Und man sieht, dass man aktuell weit entfernt ist von der Form der letzten Saison. Coach Conte konnte sich etwas Luft verschaffen, allerdings wird er weiterhin unter Beobachtung stehen. Und am Wochenende wartet mit dem AFC Bournemouth einer der vermeintlich einfachen Gegner, bevor es dann Anfang November im Heimspiel gegen Ex-Coach Jose Mourinho und Manchester United geht.

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